Vorwort des Präsidenten

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich hoffe, Sie sind gut in das Jahr 2024 gestartet. Lassen wir uns überraschen, was es für uns beruflich und persönlich bringen wird. Zumindest das Berufliche wollen wir kammerseitig antizipierend begleiten und rechtzeitig die Interessen des Berufsstands einbringen. Das gelingt mal besser, mal weniger gut. Die Verlängerung des Verzichtes auf eine Sanktionierung bei verspäteter Offenlegung von Jahresabschlüssen 2022 bis 2. April 2024 kurz vor Weihnachten war wieder ein Ärgernis, das leicht hätte verhindert werden können. Wir haben bereits im November 2023 seitens der Bundessteuerberaterkammer mit dem Bundesministerium der Justiz und dem Bundesamt für Justiz Kontakt aufgenommen und die Verlängerung eingefordert. Leider wurde die neue Regelung von der Gegenseite bis zum letzten Zeitpunkt hinausgezögert und am 22. Dezember 2023 auf der Homepage des Bundesamtes für Justiz veröffentlicht. Somit konnte die Kollegenschaft erst dann über die Homepage der Kammer (Startseite) entsprechend informiert werden.

Ein ähnliches Ärgernis sind die kurz vor Weihnachten versandten Anfragen der L-Bank zu den Schlussabrechnungen für die Corona-Wirtschaftshilfen mit Abgabedatum 26. Dezember 2023 oder 2. Januar 2024. Das Versenden solcher Anfragen ist gedankenlos und ärgerlich. Die Kollegenschaft und auch ich selbst haben die Erfahrung gemacht, dass zum Teil ein halbes Jahr nach der Einreichung der Schlussabrechnung erst jetzt kurz vor Weihnachten und dem Jahreswechsel die Nachfragen, die teilweise Banalitäten betreffen, versandt wurden. Damit schönt allein die Bewilligungsstelle ihre Statistik, verärgert aber die Kollegenschaft und trägt nicht zu einem verständnisvollen Miteinander bei. Auch hier ist die Bundessteuerberaterkammer schon seit einiger Zeit beim Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz vorstellig, um eine Verlängerung der Fristen zu erreichen. Laut der Ansage des Service-Desk des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz vom 31. Oktober 2023 wird für die Einreichung der Schlussabrechnung sowie für die Anlage eines Organisationsprofils zur Fristverlängerung bis 31. März 2024 eine Nachfrist bis zum 31. Januar 2024 gewährt. Von 100.000 Anträgen gibt es noch keine Rückmeldung. Die Gründe dafür sind vielfältig und sollten daher nochmal zu einer Verlängerung der Fristen führen. Klar ist aber auch, dass wir die Schlussabrechnungen erstellen müssen. Ständig neue Fristverlängerungen verschieben das Thema nur, lösen es jedoch nicht. Aber angesichts der hohen Zahl noch fehlender Anträge wäre jetzt eine Fristverlängerung angemessen. Auch hier wird nur mit einem kurzfristigen Entgegenkommen gerechnet. Sollte es kein Entgegenkommen geben und die geleisteten Zahlungen durch einen Rückforderungsbescheid fällig gestellt werden, dann muss im Rahmen des Widerspruchsverfahrens die Schlussabrechnung erstellt werden. Die Drohung der Abschaltung des Portals verfängt hier u. E. nicht, denn im gerichtlichen Verfahren kann auch über eine papiergebundene Rechnung abgerechnet werden. Am Ende würde die Arbeit auf die Gerichte verlagert und diese haben sicherlich kein Interesse, hier die Arbeit der Bewilligungsstellen zu erledigen, nur weil diese sich einer Fristverlängerung versperrt haben.

Ein Thema, das die Kollegenschaft gerade auch in unserem Kammerbezirk sehr umtreibt, ist die Registrierung auf der Steuerberaterplattform und die Einrichtung des besonderen elektronischen Steuerberaterpostfaches (beSt). Ausführliche Informationen hierzu finden Sie unter Punkt 15. dieser Kammermitteilungen. Knapp 70 % der Kollegenschaft ist bisher der gesetzlichen Registrierungspflicht nachgekommen. Wir haben im Dezember 2023 diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die sich bis dahin noch nicht registriert hatten, angeschrieben und auf diese Pflicht hingewiesen. Daraufhin haben wir zum Teil sehr vorwurfsvolle Briefe bekommen. Viele Kolleginnen und Kollegen geben derzeit ihre Bestellung zurück. Beides ist nicht notwendig. Ich will hier deutlich sagen, dass die Pflicht zur Registrierung keine Erfindung der Steuerberaterkammer Stuttgart ist. Es ist eine gesetzliche Pflicht, die der Gesetzgeber schon vor vielen Jahren ins Gesetz geschrieben hat und die der Berufsstand nun zum letztmöglichen Zeitpunkt umsetzt. Die Anwaltschaft musste schon vor Jahren das besondere elektronische Anwaltspostfach (beA) unter hohen Kosten einrichten. Wir konnten ohne direkte Extrakosten für die Kollegenschaft eine Lösung finden. Ich bitte Sie nochmals eindringlich, diese gesetzliche Berufspflicht umzusetzen. Ich möchte auch diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die nicht mehr ein eigenes Büro unterhalten, ermutigen, nicht auf die Bestellung zu verzichten, sondern die angebotenen Beratungsangebote zu nutzen und sich auf einem PC oder Laptop die „stand alone Lösung“ zu installieren. Hilfestellungen gibt es durch die Hotline bei der Bundessteuerberaterkammer (siehe Punkt 15. dieser Kammermitteilungen), die telefonisch mit Ihnen die Installationsschritte durchgeht, sowie die Hotline der DATEV eG, die Sie ebenfalls telefonisch unterstützt. Von der Bundessteuerberaterkammer werden im Internet unter https://steuerberaterplattform-bstbk.de zudem Texte und Videos, die bei der Installation behilflich sind, zur Verfügung gestellt.

Allerdings müssen Sie die Voraussetzungen für die Installation der „stand alone Lösung“ schaffen: Sie benötigen einen PC oder Laptop, die nicht in ein Netzwerk eingebunden sein müssen, sowie den nPA, also einen Personalausweis mit der Online-Ausweisfunktion (eID). Diese Personalausweise werden seit 2010 ausgegeben. Somit müsste jede Kollegin bzw. jeder Kollege einen solchen Ausweis bereits besitzen. Falls Sie das Schreiben mit dem benötigten PIN nicht mehr vorliegen haben, kann dieser PIN kostenfrei online neu angefordert werden. Darüber hinaus benötigen Sie ein Lesegerät. Das kann ein Smartphone sein oder ein Lesegerät, das im Internet unter https://steuerberaterplattform-bstbk.de in der Empfehlungsliste aufgeführt ist. Zuletzt müssen Sie den Registrierungsbrief vorhalten, der Ihnen im 1. Quartal 2023 zugesandt wurde. Die Gültigkeit der Registrierungscodes wurde jetzt nochmal bis 31. März 2024 verlängert. Sollten Sie keinen Registrierungsbrief von der Bundessteuerberaterkammer erhalten haben oder sollte Ihnen Ihr Registrierungsbrief abhandengekommen sein oder sollte die Registrierung mit dem von der Bundessteuerberater­kammer übersandten Registrierungscode nicht möglich sein, bitten wir Sie, sich direkt an die Bundessteuerberaterkammer zu wenden (siehe Punkt 15. dieser Kammermitteilungen). Wenn Sie die beschriebenen Voraussetzungen erfüllt haben, dann registrieren Sie sich bitte umgehend und lassen sich dabei von den Hotline-Angeboten helfen. Die gesetzliche Registrierungspflicht ist kein Grund, auf die Bestellung zu verzichten und somit aus dem Beruf auszuscheiden.

Starten wir zuversichtlich ins Jahr 2024. Wir haben einen erfüllenden Beruf, den wir uns durch organisatorische Engpässe und gefühlte Widrigkeiten nicht schlecht machen sollten.

Mit freundlichen und kollegialen Grüßen

StB Prof. Dr. Schramm
Präsident

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Die diesjährige Kammerversammlung findet am Freitag, dem 21. Juni 2024, in Friedrichshafen, Graf-Zeppelin-Haus, statt. Die Kammerversammlung beginnt um 10.00 Uhr. Nach der Mittagspause ist ab 15.00 Uhr ein Vortrag von Herrn Dr. Hans-Peter Kleebinder, unabhängiger...

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Aufgrund des Beschlusses der Kammerversammlung am 23. Juni 2023 in Heidenheim beträgt der Beitrag für das Kammergeschäftsjahr 2024 € 384,--. Die öffentliche Aufforderung zur Zahlung des Kammerbeitrages für das Kammergeschäftsjahr 2024 als Allgemeinverfügung erfolgte...

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13. Personalien

Die berufliche Selbstverwaltung des steuerberatenden Berufes lebt von dem ehrenamtlichen Engagement der Mitglieder. Die sich ehrenamtlich Engagierenden tragen nicht nur zu einer funktionierenden Selbstverwaltung bei, sondern geben der Kammer und ihrer Tätigkeit ein...

14. Weitere Veranstaltungen

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26. AzubiCardBW

Die AzubiCardBW öffnet Auszubildenden die Tür zu vielen Vergünstigungen und Angeboten von Betrieben und Einrichtungen. Auszubildende können mit der AzubiCardBW genauso unkompliziert ihren Status nachweisen wie Studierende mit ihrem Studierendenausweis und Rabatte und...

27. Girls‘ und Boys‘ Day am 25. April 2024

Der bundesweite Aktionstag zur Berufsorientierung für Jungen und Mädchen findet dieses Jahr am Donnerstag, dem 25. April 2024, statt. Die Jugendlichen können sich an diesem Tag auch über Berufe jenseits der häufig von Männern bzw. von Frauen gewählten Bereiche...

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